With a little help from my friends
Nachbarschaftsladen
Utopie oder eine Verwandlung?
Gegenüber des Friedrich Flender Denkmals steht ein blasses, leerstehendes Gebäude an der Kreuzung Siegstraße / Auf den Hütten und bildet eine runde Ecke.
Irgendwie unscheinbar, in die Jahre gekommen, jede und jeder fährt vorbei, trotz seiner Größe tritt das Gebäude mit der runden Ecke neben den Hallen der Walzengießerei Karl Buch zurück. Der Nachbar gegenüber auf der anderen Straßenseite ist der Markt EDEKA Haupt, ohne runde Ecke, aber dafür mit leckerem Joghurt.
Das Gebäude, von dem hier die Rede ist, ist manchem noch bekannt als das ehemalige „Modelbaufachgeschäft Keßlers Autodrom“ oder als ehemaliges „Modekaufhaus Wagner“ mit der damals ersten Rolltreppe Weidenaus. Zuletzt und bis vor einigen Jahren hat es obdachlosen Menschen als Notunterkunft gedient.
Dieser Ort
Dieser Ort liegt zentral in der Nachbarschaft des Friedrich Flender Viertels, aber auch für den gesamten Stadtteil Weidenau, sogar für Siegener*innen von nah und fern ist es gut zu erreichen. Mit Zug, Bus und Bahn, zu Fuß, per Rad viele Wege führen zu diesem Ort.
Ein Ort der Begegnung mit gemeinsam genutzten Räumen im Erdgeschoß
Ein offener Treffpunkt, wo Menschen sich mit warmen Speisen und Getränken stärken können, aber auch einfach so verweilen können.
Ein Ort, den Gruppen mit eigenen Themen gestalten können. Ob „Kochen für alle“, Repair Cafés für Alltagsgegenstände, Fahrradwerkstatt oder Bibliothek der Dinge (Ausleihmöglichkeit für Haushaltsgeräte, Werkzeug und mehr). Platz für die Vereine der Umgebung, Platz für eine Musikschule, ein großer flexibler Raum, der auch Veranstaltungen ermöglicht.
Ein Ort für und mit Kinder: ausreichend Platz und Angebote zum Spielen und Mitmachen.
Vielleicht endlich wieder eine Stadtbücherei in Weidenau, mindestens aber eine Kinderbücherei.
Eine kleine, feine gut sortierte Buchhandlung, ein unverpacktLaden. Platz zum arbeiten, Platz für (Selbst-)Bildung. Platz zum zuhören und zum weitersagen. Medientechnik für Radiosendungen und Podcasts.
Ein Ort der Nachbarschaft, unter Mitmenschen, wo wir uns kennenlernen und begegnen können.
Ein Ort der gegenseitige Hilfe, des Zusammenhalts und des Austausches, von wo aus wir uns im Alltag unterstützen können: bei Problemen mit dem Vermieter*n oder der Arbeitgeber*in, bei der Pflege unserer Familienmitgliedern oder mit unseren Kindern.
Bist du dabei?
Ein ehemals leerstehendes Haus, an der runden Ecke, an der alle vorbeifuhren, verwandelt sich in ein nachhaltig saniertes Gebäude mit Photovoltaik auf dem Dach, Kletterpflanzen an der Fassade und Regenwasserspeicher im Untergeschoss. Hell, bunt und einladend öffnet es seine Türen.
Die Verwandlung von „Keßlers Autodrom“ in „Flenders nah&fern“.
Bist du dabei diesen Ort in einen Ort für alle zu verwandeln?
Jeden Samstag Hausbautag im Flenders nah&fern, jeden Sonntag Auszeit mit Federball und Fußball auf dem Parkplatz beim Nachbarn gegenüber, dem, der zwar keine runde Ecke, aber dafür leckeren Joghurt hat.
Damit sich nah und fern Menschen die Geschichte einer Nachbarschaft erzählten, einer Nachbarschaft, die sich ihr Haus selbst erbaute. Die Geschichte von Flenders nah&fern.
Beitrag am 21.06.2026 eingereicht von ana.
Siehe auch Wohnen: Formen so vielseitig wie die Nachbarschaft

